Kommentar zum angekündigten Rückzug von Angela Merkel: AfD wirkt

Die krachenden Wahlniederlagen der Union in Bayern und Hessen sowie die desaströsen Umfrageergebnisse haben Angela Merkel anscheinend eines deutlich gemacht: Ihre Zeit ist abgelaufen. Dass sie das Amt der CDU-Parteivorsitzenden demnächst abgibt und im Jahr 2021 auch nicht noch einmal als Kanzlerin kandidieren will, ist dabei ganz sicher ein gutes Zeichen für Deutschland. Die CDU muss sich jetzt allerdings bei der Nachfolgesuche entscheiden: Will sie weiter auf Mehrheiten links der Mitte setzen, oder wird sie wieder eine konservativ-liberale Partei mit sozialem Anspruch, die vor allem die Interessen der einheimischen Bevölkerung vertritt?

Sollte sie sich für den Linkskurs entscheiden, z.B. unter Führung von Annegret Kramp-Karrenbauer, ist ein weiterer Niedergang der CDU allerdings so gut wie sicher. Dabei ist eines gewiss: Ohne die in der Geschichte der Bundesrepublik einmaligen Wahlerfolge der  AfD – einer erst vor fünf Jahren gegründeten Partei, die mit gerade einmal rund 30.000 Mitgliedern in einer beispiellosen Serie in alle 16 Landesparlamente und den Bundestag eingezogen ist – hätte es den Rückzug auf Raten von Merkel zum jetzigen Zeitpunkt ganz sicher nicht gegeben.

Der gestrige Erfolg der AfD-Hessen mit gut 13 Prozent bei der Landtagswahl war dabei das Tüpfelchen auf dem i und hat eine politische Entwicklung ins Rollen gebracht, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Denn es ist keineswegs ausgemacht, dass Merkel sich noch knapp drei Jahre als Kanzlerin halten kann – vor allem nicht angesichts eines Koalitionspartners SPD, um den es noch weitaus schlechter als um die CDU steht und der nun um das politische Überleben kämpft. Doch eines hat sich am heutigen Tag sehr deutlich gezeigt: Die AfD wirkt. Und das ist eine ausgezeichnete Nachricht für unser Land. (we)